Die 1947 von Georg Wille ins Leben gerufene - anfangs noch unter dem Namen Georg R. Wille OHG firmierende - Firma befasste sich zunächst mit dem Ausschlachten und Umbauen ausrangierter US-Jeeps und fertigte daraus Kleinmotorpflüge und Einachsschlepper. Bereits 1948 entstanden ebenfalls auf Jeep - Basis verschiedene Allrad Schlepper unter dem Namen Stier und Motor Stier, welche mit diversen Motoren ausgerüstet wurden.
Ab 1950 hatten die Jeep- Umbauten ausgedient und das Unternehmen entwickelte unter Franz Westermann nun Allradtraktoren in Halbrahmenbauweise mit gleich großen Rädern. Es entstanden die Modelle: Stier 18 mit 1 Zylinder Hatz Motor und 16 PS Stier 20 mit 1Zylinder Zanker bzw. Hatz Motor und 12/15 PS Stier 25 mit 2 Zylinder Hatz Motor und 22/25 PS Stier 30 mit 2 Zylinder MWM Motor und 28 später 30 PS und Stier 45 mit 3 Zylinder MWM Motor und 40 PS.
Stier 360 dahinter Stier 240
Stier 360
Für die Norddeutsche Traktorenfabrik war der Export enorm wichtig, und so gingen viele Stiere vorallem nach Südamerika. Ab 1954 wurde die Serie überholt und nun als Stier 240, 241, 360 und 480 bezeichnet. Mit Leistungen zwischen 20 und 48 PS waren nun alle Modelle mit luftgekühlten MWM Motoren bestückt.
Auf lange Sicht war die Produktion jedoch zu teuer um auf dem hart umkämpften Markt stand zu halten. Bereits 10 Jahre nach Gründung der Norddeutschen Traktorenfabrik mußte das Unternehmen Konkurs anmelden. Das Teilelager wurde schließlich nach Südamerika verkauft.